Eine Standortbestimmung ist für den Normalbürger mit Smartphone inzwischen kein Problem. Dank weltumfassender Positionierungssensorik kann sich jeder genau anzeigen lassen, wo er sich gerade befindet. Um Fußballteams zu positionieren bedarf es keiner Satelliten, keiner Software, es bedarf lediglich einer Tabelle. Wenn also dann der Tabellenachte beim zu Hause ungeschlagenen Tabellendritten antritt, weiß man genau wo und woran man ist. Das Spiel des FCN am Betzenberg machte dabei keine Ausnahme. Es zeigte genau, was und wo der FCN ist: Ein Team aus dem Niemandsland der Zweiten Liga.
Die ikonische Anfangssequenz von Francis Ford Coppolas Vietnamepos „Apocalypse Now“ eröffnet mit einer Montage von Hubschraubern vor brennendem Dschungel. Während im Hintergrund „This is the end“ von „The Doors“ läuft, stellt sich heraus, dass es Flashbacks der Hauptfigur sind, die durch einen Ventilator ausgelöst werden, der an Hubschrauberrotoren erinnert. Eine ähnliche Montage ließe sich unter die Szene aus der 28. Minute einspielen: Ein Ball, der lange durch die Luft segelt, ein ebenso segelnder Patrick Rakovsky, Explosionen als die beiden sich verpassen und im Hintergrund: This is the end. Das Ende aller leisen Aufstiegshoffnungen, das Ende der Saison 2014/15.
Das Remis gegen den bisherigen Tabellenzweiten aus Karlsruhe stellte nach den Ergebnissen des Vortags einen klaren tabellarischen Rückschlag dar. Der Abstand auf die Aufstiegsränge ist auf sieben Punkte gewachsen und stellt damit bei elf noch ausstehenden Spielen eine enorme Hürde dar. Keine unüberwindbare (siehe 2008/09), aber durchaus eine hohe. Gleichzeitig aber war das Spiel als solches deutlich besser anzuschauen als viele der vorangegangenen Spiele. Das lag zum einen daran, dass der Gegner mehr mitspielte, zum anderen aber auch – gerade vor der Pause – am geradlinigen Spiel des FCN, der beste Chancen liegen ließ.
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Nach dem Spiel war die Zahl, die allen Nürnberger Anhängern im Kopf oder auf den Lippen lag nicht die Drei, sondern die Fünf. Trotz drei Toren von drei Spielern, die zu drei Punkten führten ging es viel mehr um die fünf Punkte Rückstand auf den Aufstiegsrang. Einige dürften sogar die Erinnerung an den letzten Aufstieg herausgekramt haben, als man am 22. Spieltag auch 33 Punkte hatte und damit sogar 6 Zähler hinter Rang Drei lag. Doch lud das Spiel gegen die Fortuna aus Düsseldorf wirklich zum Träumen ein? Geht da wirklich noch was?