
Vor Wochenfrist haben die hochgeschätzten Kollegen von „Clubfans United“ das Remis in Hoffenheim im Hinblick auf den„Torklau“ treffend als 2:3-Unentschieden beschrieben. War also nun das 2:2-Unentschieden gegen die Hertha dementsprechend ein 2:1-Unentschieden? Eingedenk des strittigen Elfmeters zur Berliner 2:1-Führung und des sehr glücklich abgefälschten Ausgleichstreffers der Hertha zum 1:1 könnte man zu diesem Schluss kommen. Man würde den Fokus der Betrachtung damit weg von der Mannschaft nehmen und in Richtung des Schiedsrichters hinbewegen. Doch käme die Mannschaft, die nach der Pause zu wenige offensive Ideen auf den Rasen brachte, nicht zu einfach davon?

Wo Menschen sind, passieren Fehler. Als Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer nach Abpfiff diese Worte spricht, bezieht er sich allein auf seinen Fehler in der 45. Minute, er hätte damit aber auch eine Überschrift für das ganze Spiel finden können. Fehlerfrei war an diesem 1. Spieltag nämlich kein Akteur auf dem Platz und da alle am Ende ungefähr gleich viele Fehler machten, stand es am Ende 2:2. Für den FCN war dieses Ergebnis in der Summe glücklich, denn der Aufreger des Spiels fiel zu Gunsten des Clubs aus. Mit dem Halbzeitpfiff übersahen Kinhöfer und sein Assistent, dass die Gastgeber ein reguläres Tor erzielt hatten und hauchten dem FCN so etwas wie Überlebenschancen ein.
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Der Abstieg vermieden, das Saisonziel erreicht, da kann man ja von allen Seiten ein paar kleine Experimente wagen. Experimente wie eine Startelf mit Dabanli, Mak und Mendler, die Halbzeit-Auswechslung eines linken Außenstürmers für einen linken Außenverteidiger oder die Verfassung eines Spielberichts ohne das Spiel gesehen zu haben. Sollte letzteres nur halb so erfolgreich sein wie die anderen beiden Experimente, so kann man voll zufrieden sein – zumindest, wenn man dem graphischen Zahlenwerk zum Spiel glauben darf.

Es wäre ein Einfaches das Schreiben der Spielberichte spätestens an dieser Stelle einzustellen: Die Saison ist nun auch rechnerisch vorbei; in beide Richtungen ist seit Samstagnachmittag Träumern wie Untergangspropheten die Nahrung entzogen; das Saisonziel Klassenerhalt ist erreicht. Erreicht zwar im Stile eines rotzigen Neuntklässlers, der nach lauter Dreiern im gesamten Schuljahr nichts mehr für die letzte Schulaufgabe lernt und die Sechs in Kauf nimmt, aber nichtsdestotrotz erreicht. Doch wie der Schüler, der mit seiner Weigerung zu lernen außer Acht lässt, dass er das Wissen im kommenden Jahr braucht, zeigt das 0:2 gegen Leverkusen auch auf, dass für den FCN ohne Veränderungen ein erneutes Erreichen des Klassenziels in Gefahr sein könnte.